© DAV
© DAV

Bettwanzen auf Alpenvereinshütten

27.07.2026

Die Insekten scheinen für das Leben in den Bergen geschaffen zu sein. Sie sind nur drei bis sechs Millimeter groß, können Kälte ertragen und sind monatelanges Fasten gewohnt. Durchaus erstaunliche „Bergbewohner“, wenn da nicht ihr unstillbarer Durst nach Blut wäre.

Bettwanzen auf Alpenvereinshütten
Sie galten lange vielerorts als nahezu ausgerottet, seit einigen Jahren sind Bettwanzen weltweit jedoch wieder auf dem Vormarsch – und machen auch vor den Bergen nicht halt.

Sie waren schon immer Teil der Zivilisation und sind weltweit aufgrund von Resistenzen und eingeschränkten Bekämpfungsmethoden auf dem Vormarsch. Im Gepäck oder in getragener Kleidung der Gäste gelangen sie einfach und unbemerkt von einem Ort zum anderen. Ein Befall hat also nichts mit mangelnder Hygiene zu tun, er ist überall möglich. Dennoch bieten Berghütten mit viel Holz, verwinkelten Räumen und schwer zugänglichen Bereichen einen besonders günstigen Lebensraum und Rückzugsort für Bettwanzen.

Ausmaß des Bettwanzenbefalls – allgemein und auf DAV-Hütten
Da es keine gesetzliche Meldepflicht für Bettwanzenbefall gibt, ist es schwierig, ihre Verbreitung konkret zu beziffern. Ein Anhaltspunkt ist aber die in den vergangenen Jahren steigende Anfrage bei Schädlingsbekämpfer*innen. Beim Deutschen Alpenverein sind jährlich etwa fünfzehn bis zwanzig Hütten, also etwa fünf Prozent, von Bettwanzen betroffen. – Tendenz steigend, ähnlich wie bei Unterkünften im Tal.

Sobald auf einer Hütte ein Befall bestätigt wird, beginnt eine professionelle Bekämpfung. Danach folgt eine Monitoring-Phase, um sicherzustellen, dass sich keine Bettwanzen mehr im Gebäude befinden.

Gründe für die Zunahme der Fälle
Der Hauptgrund ist die weltweit steigende Mobilität: Bettwanzen reisen im Gepäck, in Schlafsäcken, Kleidung, anderen Textilien oder in Gegenständen mit – und erreichen so Unterkünfte und Verkehrsmittel unterschiedlichster Art (z. B. Hotels, Pensionen, Jugendherbergen, Bahn, Bus oder auch Flugzeuge). Die Entwicklung betrifft nicht nur Hütten, sondern Übernachtungsbetriebe weltweit.

Auch der globale Handel macht es Bettwanzen leicht, um die Welt zu reisen. Hinzu kommt: Gegenüber viele Jahrzehnte sehr wirksamen chemischen Schädlingsbekämpfungsmitteln haben Bettwanzen zunehmend Resistenzen entwickelt.

mehr dazu, siehe Link auf der Seite Service vom DAV-Günzburg

Artikel über Bettwanzen